R118: Nachtrichter

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 Betreff des Beitrags: R118: Nachtrichter
BeitragVerfasst: 23.07.2010 12:48 
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Registriert: 05.06.2005
Wohnort: Hannover
Dieser Thread dient zur Diskussion der Inhalte des im April 2010 erschienenen Romans Nachtrichter von Dorothea Bergermann.

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Nachtrichter
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Zuletzt geändert von Olvir Albruch am 29.07.2010 13:12, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: R117: Nachtrichter
BeitragVerfasst: 23.07.2010 13:04 
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Registriert: 03.08.2004
Wohnort: NRW
Für einen DSA-Roman tendiere ich zwischen drei und vier Nachtrichtern.

Die Protagonistin, eine Phex-Geweihte, ist (natürlich) sehr erfahren und beherrscht Liturgien bis ganz weit nach oben. Es wird sich manchmal auf frühere Ereignisse bezogen, ob das nun darauf basiert, den erfahrenen Figuren Hintergrund zu geben, oder sie vielleicht auf eigenen SC basieren, kann ich nicht abschätzen. An der regeltechnischem Umsetzung habe ich soweit keine größeren Kritikpunkte (selten genug^^). Irgendwas war da, aber nicht gravierend und fällt mir daher auch nicht mehr ein.
Der Schwarzmagier ist sehr nett und umgänglich und geht sehr sparsam mit seinen Zaubern um.

Das ganz große Kino ist es so nicht, finde ich, aber für einen DSA-Roman in meinen Augen ist er doch gut, weil ich die Figuren mag, es sich vom Stil her gut lesen lässt, die Handlung mir zusagt und die regeltechnische Umsetzung auch so weit hinkommt.
Daher gebe ich unterm Strich 4 Nachtrichter (mit Tendenz zu 3), weil die meisten DSA-Romane, die ich so gelesen habe, dies zusammen eher weniger anbieten können, teilweise sogar gar nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: R117: Nachtrichter
BeitragVerfasst: 26.07.2010 18:43 
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Registriert: 07.09.2003
Wohnort: Hermannsburg
Dieser Roman hat von mir die volle Punktzahl bekommen.

Ich gebe zu, die Geschichte ist nicht übermäßig einfallsreich. Aber sie gut erzählt, die einzelnen Puzzleteile finden sich nach und nach zusammen und es gibt einen guten gemacht Showdown.

Dafür hat dieser Roman gleich drei Highlights:
1. Der Roman fängt meiner Meinung nach das Flair einer aventurischen Kleinstadt sehr gut ein. Die Zünfte, die Wachen, die Banden, das alles wirkt sehr lebendig und genau so, wie ich es mir in Aventurien vorgestellt habe.
2. Die Darstellung der Phexkirche hat mir extrem gut gefallen. Jenseits aller Klischees hat es die Autorin geschafft, die Kirche als echte Glaubensgemeinschaft darzustellen. Auch die Geweihte und ihr Akoluth agieren mehr als Priester denn als Schurken mit Karma, wie man es so oft - auch am Spieltisch - erlebt.
3. Und das führt mich auch schon zu dem dritten Punkt: das Zusammenspiel der Charaktere. Das ist einfach herrlich und hat mich mehr als einmal laut zum Lachen gebracht. Es hat einfach Spaß gemacht, die Interaktion der Charaktere zu verfolgen.

Das alles macht den Roman zu einem wunderbaren Roman, der einfach nur Spaß macht und zudem noch sehr viel Inspirationen für das Rollenspiel von Phexgeweihten bietet.

LG
Whyme

_________________
Freunde sind Brüder und Schwestern, die man sich selber ausgesucht hat.
- Fundstück


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 Betreff des Beitrags: Re: R117: Nachtrichter
BeitragVerfasst: 28.07.2010 21:16 
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Der Roman Nachtrichter ist ein gelungenes Werk eines DSA-Romans.

Er weiß inneraventurisch durch Stimmigkeit seiner Charaktere, Handlungen und Umgebung zu trumpfen, und ist diesbezüglich sicher für Interessierte zu empfehlen. Insbesondere die Ausgestaltung des tulamidisch angehauchten Feqz-Kultes statt der üblich mittelreichischen Phex-Kirche ist auch für Freunde des Lands der Ersten Sonne einen Blick wert. Man sieht hier wohlabgerundete Charaktere, deren Streben und Lernen man miterleben kann, und wie sie sich in ihrem Abenteuer verhalten. Hier ist insbesondere der Grauling sehr schön dargestellt.

Was die Kriterien eines Romans selbst angehen ist er etwas weniger bestechend, so ist zwar die Handlung sehr spannend bis zum Schluss und auch nicht unlogisch oder unnatürlich, aber einige der Seitenstränge die ins Hauptgeflecht führen waren nicht ganz greifbar. Darunter die Rolle der Weißmagierin die auftaucht und dem Fasarer Faisal Probleme bereitet, denn was genau sie antrieb und was mit ihr geschehen ist blieb mir viel zu unklar und hinterließ ein bisschen Enttäuschung. Es ist mehr ein Fehlen von einigen nicht beschriebenen Geschehen, wie dasjenige der Händlerin und der zwei Banden, als das was beschrieben wird, was dem Buch fehlt. Der Haupthandlung tut dies zwar keinen Abbruch, und nimmt auch nichts von der Spannung, man verliert aber etwas an Nähe zum Buch und braucht wieder ein klein wenig Zeit um geistig wieder eintauchen zu können. Verwirrend sind hin und wieder die Verwendung von Gesellen und Meistertiteln, wobei man dies nicht der Autorin anlasten sollte, denn hier hielt sie sich im Gegensatz zu anderen an die inneraventurische Setzung und hatte kaum Spielraum es anders zu gestalten.

Der Anfang ist meines Erachtens nach einfach großartig, werden doch hier in einer beinahe alltäglich anmutenden Marktszene eine Umgebung geschaffen, Akteure aufgestellt und eine Stadt beschrieben, welche das ganze Buch sofort in eine lebendige Atmosphäre rückt. Es bedarf keiner langen Einleitungen, Geschichtsabrisse oder ähnlichem, sondern stürzt sich direkt ins Geschehen. Es gibt viel "Action", schöne Einfälle der Akteure und das absolut nachvollziehbare Handeln des Graulings, der jetzt einfach mal etwas machen möchte. Die Mitte des Buches zeigt schön die Fähigkeiten Adaras bei einer alchimistischen Analyse und dem Alchimisten dessen Labor sie benutzen darf, wirklich sehr schöne Szenen. Das Ende ist phexisch, funktioniert rein aus der bisherigen Handlung heraus und ist mit einigem an Spannung geladen, kann doch selbst eine der Befreiten sich durch Versuchung gegen ihre Befreier wenden. Aber mehr sei nicht verraten.

Alles in allem ist das Buch für Freunde Phexens ein wirklich guter Handel. Wer große rondragefällige Kämpfe oder die wilde Fährnisse der Natur erleben möchte wird hier zu nichts kommen. Aber wer gerne das Leben in einer Kleinstadt, einer Diebesbande oder das aventurische Leben unter dem Mantel der Nacht ersehnt, wird mit Nachtrichter sehr viel Freude haben. Daher 4 Sterne, da keiner der angeführten Makel so schwer wiegt dass er das Buch als ganzes und all die Lesefreude abwerten würde.

Viel Spaß beim Lesen!


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 Betreff des Beitrags: Re: R118: Nachtrichter
BeitragVerfasst: 12.08.2010 19:51 
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Registriert: 10.08.2010
Einzig die zu perfekten Helden und der knappe Schluss haben den Lesespaß ein wenig getrübt. Aber ansonsten einer der besten "kleinen" DSA-Romane (keine Serie, keine aventurischen Promis) der letzten Monate.
Von mir 4 Sterne.


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 Betreff des Beitrags: Re: R118: Nachtrichter
BeitragVerfasst: 25.08.2010 20:34 
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Registriert: 29.08.2009
Also ich habe vier Punkte gegeben. Die Darstellung der Phexkirche hat mir sehr gut gefallen auch wenn ich mir die Heimlichkeit irgendwie etwas anders vorgestellt habe. Sie wurde in dem Roman ja schon des öfteren enttarnt.
Auch ein wenig die Unterschiede zwischen dem tulamidischen und dem garethischen Kult darzustellen war interessant.

Ein weiterer Punkt, welchen ich auch interessant fande, war das die Romanfiguren wie Helden handeln. Also man hätte selber teilweise ähnlich gehandelt. Manchmal ärgert man sich bei DSA Romanen, gerade bei Geweihten ja über die verpassten Möglichkeiten und warum hat er das nicht getan, warum aht er so gehandelt. Manchmal ärgert man sich den ganzen Roman darüber. Dies war hier absolut nicht der Fall.

Warum es keine fünf gab: Die Story ist echt ein wenig flach und baut nicht so wirklich Spannung auf.

Ach und die (Ab)rechnung zum Schluss mit der Praioskirche war sehr schön.


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