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Ich nenne das Büchlein schon länger mein Eigen, bin jedoch nur in kleinen Dosen dazu gekommen, es durchzulesen. Ich muss sagen, dass es inhaltlich recht solide ist, also die Pflicht erfüllt wurde, von Kür aber keine Rede sein kann. Es ist drin, was drin sein muss. 3,6 Punkte
Schwer wiegt, dass sich das mangelne Korrektorat der vielen letzten Publikationen aus dem Hause Ulisses (das Brevier des wandernden Adepten, das Brevier des wandernden Geweihten und das Essgeschirr mögen hierfür als löbliche Ausnahme gelten) auch hier erkennen lässt. Auf erschreckende Art und Weise wird die Göttin der Weisheit, der Bildung, des Wissen etc durch unglaublich dumme Fehler konterkariert, sowohl was Tipp-Fehler als auch solche des Satzbaus, der Rechtschreibung und der Grammatik angeht. Das auf 2 aufeinanderfolgenden Seiten die heilige Urfassung der Annalen des Götteralters einmal in Kuslik und einmal in Gareth lokalisiert wird, lässt sich vielleicht inneraventurisch damit klären, dass eventuell (auch wenn mir persönlich bisher nichts dazu bekannt ist) parallel 2 Urfassungen gehalten werden. Wir kennen ja die Geschichte mit den 3 Hände-Reliquien Bastrabuns, aber das sollte zumindest einmal irgendwo thematisiert werden. Dass in einer Kirche der Gebildeten (im güldenländischen Zweig) der Gebrauch des Bosparano in einer Art und Weise stattfindet, die jedem Schüler nach der ersten Woche als falsch ins Auge springt, ist peinlich. Mir ist klar, dass Bosparano an Latein (aufgrund der mangelnden Kenntnis vieler Autoren) nur angelehnt ist. Aber die grundlegende Anpassung des Adjektivs dignus 3 an das Geschlecht der Probantin, wie dies im IT-Report der Priesterweihe Desiderias von den Schlangen (S 70ff) nicht geschieht, muss es auch in Bosparano geben. Im Prinzip wird dort zweimal von hohen Geweihten gesagt (Garethi normal, Übersetzung aus dem Bosparano-Text kursiv) "Ich spreche über die Novizin: Er ist würdig!" Weil ich es nicht glauben konnte, hab ich die Deklination von dignus extra nocheinmal nachgeschlagen. Es hätte ja sein können, dass dignus tatsächlich derart unregelmäßig gewandelt wird...
Achja, dass bei den regeltechnischen Vorschlägen zur Geweihten-Variante für Lehrer der Weiheitssegen als "weit verbreitet" beschrieben wird, ist absolut lächerlich. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber eine Grad 0 Liturgie, die jeder Geweihte können muss, die jeder auch bei einer Spätweihe bekommt, einfach weil es sich dabei um die der Hesinde zugeordnete Liturgie der zwölf Segnungen handelt, kann nicht nur "weit verbreitet" sein...
Da hier ein Hauptaspekt der Göttin Hesinde konterkariert wird, ziehe ich von der inhaltlichen Beurteilung wieder 2 Punkte ab, komme also auf 1,6. Großzügig runde ich auf und bin bei 2 Punkten.
Zuletzt geändert von Radames am 26.02.2012 05:10, insgesamt 5-mal geändert.
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