Wir wurden am Wochenende nach einem knappen Dutzend Spielsitzungen dann endlich fertig. Ich kann nur von der Meisterperspektive aus berichten.
Das Abenteuer hat ein riesiges Potential, das theoretisch für mehrere Heldengruppen (durchaus auch mit den gleichen Spielern) ausreicht.
Der Horizont der Kampagne ist genau so, wie ich ihn mir für Experten-Helden wünschen würde: Bedeutend, aber nicht überbedeutend. Die Freiheiten sind schon fast ein wenig zu groß: Kaum eines der Szenarien konnte von mir genutzt werden, weil der Mittelteil zwischen dem geplotteten Anfang und Ende von mir fast gänzlich improvisiert und zugeschnitten wurde.
Die Sachen die richtig ausgearbeitet wurden, sind allerdings in der Tat ziemlich cool

Wenn man BS heute neu rausbringen würde - eigentlich ne Idee wert... - würde ich dafür plädieren die Würfelzufallsbegegnungen durch mehr Szenarien zu ersetzen. Zum Beispiel wäre ein Zuschnitt auf die verschiedenen Heptarchen möglich gewesen, denn mit allen kann sich die Heldengruppe schon als dramaturgischen Gründen nicht anlegen.
Was dem Abenteuer fehlt, ist ein echter Erfolgsmoment, denn man beginnt den Teil auf der Arche in etwa mit genausoviel, wie man ihn später beendet: Sprich: Man versenkt zwar unzählige Feinde, aber der Meister muss den Erfolg der Helden im Prinzip selbst mit Leben füllen. Deshalb habe ich - eine Möglihckeit, die das Abenteuer aber in der Tat andeutet - den Kampf um die Seele des Schwertträgers schließlich zum Mittelpunkt des Finales gemacht.
Außerdem bin ich kein großer Fan der Splattereffekte, die man allerdings leicht rausstreichen kann, die gerade mit dem harmonischen Ende in meinen Augen nicht korrespondieren.
Deshalb erhält Blutige See, obwohl es zu den fortschrittlichsten Abenteuern gehört, die ich in den letzten Jahren von DSA gelesen habe, von mir "nur" 4 Punkte - aber die sind mehr als verdient!